Am 19. Januar, am Tag nach dem starken Sturm „Frederike“, hielt es die Imkerjugendlichen frühmorgens nicht mehr in ihren Betten. Die Wecker klingelten bei einigen schon vor halb Vier, denn der Zug sollte planmäßig um 5:13 Uhr ab Paderborn Hauptbahnhof Richtung Bielefeld abfahren. Und diesen Zug nahm die Gruppe von 11 Jugendlichen und 10 Erwachsenen dann auch.

Man war unsicher, ob es in Bielefeld weiter gehen würde. Die Bahn hatte am Vortag wegen des Sturms den gesamten Fernverkehrt in Deutschland eingestellt. Die Auskünfte im Internetportal waren widersprüchlich. Es kam, wie es nicht kommen sollte: Die Strecke nach Berlin wurde in den Morgenstunden noch nicht wieder bedient und die Gruppe strandete in Bielefeld. Ein Weiterkommen war aussichtslos. Am Bahnhof machte man Hoffnung frühestens für die Mittagszeit.

Also: zurück nach Paderborn und schnell Brötchen gekauft und gefrühstückt.

Der zweite Versuch startete um 10 Uhr. Der Fernverkehr war nach Auskunft der Bahn wieder aufgenommen worden. Also, wieder nach Bielefeld. Die ersten Züge waren übervoll und so dauerte es noch einmal zwei Stunden bis die Gruppe weiterkam - stehend im ICE. Nachmittags um Fünf, endlich, Berlin: Wir sind da! Alle waren froh, angekommen zu sein und begaben sich in die Unterkünfte und zum Abendessen.

Der Reiseplan hatte eigentlich für diesen Freitag den Besuch der Grünen Woche vorgesehen. Der musste auf den Samstag verschoben werden. Ein Gesprächstermin mit dem Präsidenten des Deutschen Imkerbundes, Herrn Peter Maske, konnte noch auf den Samstag verlegt werden. Andere geplante Aktivitäten und Beteiligungen an Workshops ließen sich nicht mehr umorganisieren. So blieb mehr Zeit für die eigene Erkundung der riesigen Landwirtschaftsschau.

Attraktionen gab es zur Genüge für die Jugendlichen, aber auch für die Erwachsenen: Wettbewerbe, gemeinsames Rätseln, Rallyes, eine kulinarische Weltreise und riesige Landmaschinen und nicht zu vergessen: die Tiere. Ein Bienenvolk im Schaukasten war natürlich auch da. Und am Stand des Deutschen Imkerbundes traf die Gruppe dann am Nachmittag dessen Präsidenten. Peter Maske, selbst Imker mit 50 Völkern, stand länger als ursprünglich geplant für das Gespräch zur Verfügung. Ein bunter Strauß von Themen wurde angesprochen. Die Jugendlichen forschten nach den Gründen für die Stellungnahmen des Imkerbundes zu genmanipulierten Pflanzen, die Erwachsenen hatten eher verbandsinterne Fragen. Überraschung löste die Information aus, dass in Deutschland etwa fünf mal so viel Honig verbraucht wird, wie hierzulande produziert wird. Und dabei haben auch die Jugendlichen nicht selten Mühe, ihren Honig zu reellen Preisen „an den Mann“ zu bringen. Der Importhonig sei unverhältnismäßig billig, aber auch von gänzlich anderer Qualität, meinte der Präsident.

Die Sprache kam auch auf das Insektensterben. Bienen, aber insbesondere die Wildbienen sind in ihren Beständen durch die Umweltgifte gefährdet. Gegen das Wildbienensterben könne ein Imker nichts ausrichten. Peter Maske fand aber, dass die Imker mit ihren Bienenvölker etwas gegen die Folgen des allgemeinen Insektensterbens tun könnten. Eine Möglichkeit bestehe darin, mehr Honigbienen zu halten. Darum ermutigte er die Jugendlichen, ihr Hobby weiter zu pflegen und eher noch mehr Völker zu halten.

Abends ging es für die meisten noch in die Stadt. Und auch am Sonntag, dem Rückreisetag, schaute sich die Gruppe noch einmal in Berlin um. Der Besuch des Tränenpalasts gab Einblicke in die Vergangenheit Berlins und der DDR. Die Ausstellung „GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung“ zeigt das Leben angesichts von Teilung und Grenze.

Die Rückreise verlief dann nachmittags völlig unspektakulär auf reservierten Plätzen in einen pünktlich eintreffenden Zug.

Der Imkerverein hatte die Reise der Imkerjugend unterstützt. Der Vorsitzende, Dieter Dembeck, begleitete die Gruppe und war sehr begeistert von der zeit im Kreis „seiner“ Imkerjugendlichen.